Länder, in denen Meetings pünktlich beginnen – und wo nicht

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Wenn du einen 14-Uhr-Call direkt an einen 14:30-Uhr-Call hängst, gehst du davon aus, dass der erste pünktlich um 14 Uhr startet und bis 14:30 Uhr endet. Bei manchen Kontakten ist das eine sichere Annahme. Bei anderen nicht – und der Grund ist keine Desorganisation, sondern ein wirklich anderes Verhältnis zu Startzeiten.

Wo Meetings pünktlich beginnen

Deutschland, Österreich, Schweiz: Pünktlichkeit wird als Wert betrachtet, nicht als Präferenz. 5 Minuten zu spät zu beginnen wird bemerkt. 10 Minuten zu spät gilt als respektlos. Ein 14-Uhr-Call beginnt um 14 Uhr.

Japan: Meetings beginnen pünktlich oder früher. Verspätung wirft ein schlechtes Licht auf den Zuspätkommenden. Remote-Calls sind keine Ausnahme.

Niederlande: Pünktlich und bekannt dafür, auch pünktlich zu enden. Ein 30-Minuten-Call dauert 30 Minuten.

Skandinavien: Starke Pünktlichkeitskultur. Meetings beginnen planmäßig, auch wenn noch nicht alle beigetreten sind.

USA: In Unternehmensumgebungen generell pünktlich, mit einer 2–3-minütigen Einwahl-Kulanzzeit, die die meisten erwarten.

Wo Meetings oft verspätet beginnen

Brasilien: Ein 15–20-minütiger Verspätungsstart ist üblich und gilt nicht als unhöflich. Soziales Gespräch kommt typischerweise vor der Tagesordnung. Wenn du Back-to-Back mit einem brasilianischen Kontakt planst, baue einen Puffer ein.

Spanien und Lateinamerika: Startzeiten sind ungefähre Angaben. Ein 15-Uhr-Meeting könnte um 15:15 oder 15:20 beginnen. Versteh das nicht als Respektlosigkeit – es ist eine andere Konvention.

Naher Osten: Beziehungsaufbauendes Gespräch am Anfang ist wichtig, nicht nebensächlich. Das Meeting beginnt technisch gesehen „zu spät” nach der Uhr, aber dieser erste Austausch ist Teil davon, wie Vertrauen aufgebaut wird.

Indien: Variiert stark nach Kontext. Tech- und multinationale Umgebungen tendieren zur Pünktlichkeit. Größere Gruppenanrufe mit vielen Einwahlteilnehmern beginnen tendenziell später, wenn Leute einwählen.

Italien: Flexibel für interne Meetings. Externe Kundengespräche in formellen Kontexten sind meist pünktlicher.

Die praktische Konsequenz

Plane keine Back-to-Back-Calls mit Kontakten aus Kulturen, wo ein Verspätungsstart normal ist. Ein 30-Minuten-Call, der 15 Minuten zu spät beginnt, läuft 15 Minuten in das Nächste hinein. Verwende bei Calls mit Lateinamerika oder dem Nahen Osten 45-Minuten- oder 1-Stunden-Blöcke statt 30-Minuten. Der extra Puffer hilft auch, wenn ein Call wirklich länger wird – was wahrscheinlicher ist, wenn vor der Tagesordnung ein beziehungsaufbauendes Gespräch erwartet wird.

Nutze meetwhen, um die Zeitzonenüberschneidung zu prüfen – wenn ein „kurzer” Call am Ende des Tages von jemandem landet, läuft er tendenziell länger als erwartet.

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